Das Vernähen von Jersey

Das Vernähen von Jersey

Bis weit in die 80er Jahre hinein wurde überwiegend mit gewebten Stoffen genäht. Erst später verbreiteten sich die elastischen Stoffe. Jersey ist mittlerweile überhaupt nicht mehr aus der Nähwelt wegzudenken. Shirts, Kleider, Mützen, Unterwäsche. Durch Jersey kennt das Nähen keinerlei Grenzen mehr und man vereinfacht sich das Nähen, da man zB. meistens auf Reißverschlüse verzichten kann. Jersey ist gut für Anfänger, denn er verzeiht auch mal kleinere Zuschneidefehler.

Hier einige wenige unserer alten Schätzchen
pramo nähmode

Was gibt es für Jerseyarten:

Single-Jersey – leichter Stoff mit einer linken und einer rechten Seite

Double-Jersey – schwerer Jersey mit zwei rechten Seiten wie zB. Interlock (siehe Bild) und Romanit

Interlock

Das beste Werkzeug um elastische Stoffe zu vernähen ist eine Nähmaschine mit verstellbarem Nähfußdruck (stellt ihn sehr weit runter. Oft nähe ich mit 0!) oder eine Overlock-Maschine.
verstellbarer Nähfußdruck

Hat Deine Nähmaschine keinen verstellbaren Nähfußdruck, dann kannst Du Dir mit einem extra Obertransportfuß behelfen oder Du legst einen Streifen Backpapier zwischen Nähfuß und Jersey. Dadurch gleitet der Fuß gut und verschiebt die Stofflagen nicht mehr.

Nutze einen elastischen Stich Deiner Nähmaschine und lasse die Maschine den Stoff führen. Zieh niemals am Stoff, dann wird alles wellig. Nimm am besten auch die Fadenspannung ein wenig herunter.

Lege auch eine Superstretch Nadel ein. Es gibt nichts besseres um schadlos einen dehnbaren Stoff zu nähen. Saumabschlüsse kannst Du super mit einer Zwillingsnadel nähen oder auch mit einem elastischen Stich Deiner Nähmaschine.
Superstretch Nadeln

Jersey sollte auf jeden Fall vorgewaschen, am besten vorher einmal gefaltet und mit Zickzack oder der Overlock umnäht, damit sich nichts stark einrollt, oder zumindest mit sehr viel Dampf abgedämpft werden, da er noch eingeht und es schade wäre, wenn sich Dein fertiges Kleidungsstück nach der ersten Wäsche verzieht. Außerdem bluten fast alle Stoffe noch aus und man will das eigentlich nicht ungewaschen auf der Haut haben.

Zuschneiden:

Am besten Du breitest das Stoffstück erstmal aus und läßt es dann ein wenig liegen. So kann es sich wieder ein wenig in seine Ursprungsform zusammenziehen, denn beim Legen wird an ihm gedehnt und gezerrt. Schneidest Du sofort zu kann es passieren, dass sich hinterher alles ein wenig verzieht. Ich gebe zu, dass ich selber oftmals wenig Geduld habe und nicht sehr lange warte.

Gegen Einrollen an den Seiten hilft Sprühstärke oder ein Streifen aufgebügeltes Formband. Ich finde das aber unpraktisch und finde mich mit dem Einrollen meistens ab. Mit etwas Übung stört das auch nicht weiter.

Den Fadenlauf findest Du ganz leicht. Er verläuft entlang der Rippen. Näheres dazu findest Du hier: KLICK

Trau Dich ruhig ran! Viel Spaß beim nähen und liebe Grüße, Katrin von tragmal

2017-04-05T13:23:35+00:00 Montag, 13 April 2015|Näh-ABC|

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