Meine 3 Geheimtipps für Ebooks

Tolle Ebooks mit Nähanleitungen zu schreiben ist gar nicht so leicht. Du siehst einen interessanten Schnitt mit noch schönerem Stoff, kaufst das Ebook, vielleicht sogar noch im Angebot. Du schaufelst Dir Zeit frei, hast sogar die Kinder früher ins Bett gebracht und kuschelst jetzt mit Deinem Lieblingsstoff. An diesem Abend willst Du es schaffen, denn die Erfahrung zeigt, 2 Stunden und Du bist das Cover der nächsten Vogue…

Wer Anleitungen zu Shirts, Kleidern, Hosen und Röcken kennt, startet mit unterschiedlichen Erwartungshaltungen aber auch Vermögen mit Nähmaschine, Overlock und Fadentrenner umzugehen. Schnittmuster auszudrucken kann technisch schon eine Herausforderung sein, denn manche Autoren bieten randlose, andere wieder komplexe Druckbögen. Da bieten Schnittbögen, die Stoß an Stoß geklebt werden schon immense Vorteile. Alle Seiten nebeneinander gelegt, mit Klebestreifen fixiert, lässt sich das Schnittteil einfach zuschneiden und später sogar zusammengefaltet verstauen. Wer denkt da schon an die nächste Hürde, sich in die Gedankengänge der Schritt für Schritt Anleitung zu quälen. Wo liegt der Unterschied zu einer guten und schlechten Anleitung? Warum gibt es Tutorials? Wieso bietet der Schnitt Varianten?
Ich gebe Dir unsere 3 Geheimtipps, woran Du erkennst, ob am Ende auch das rauskommt wofür Du bezahlt hast.

1. Ebook im Shop – Klasse statt Masse

Eingangs hatte ich bereits erwähnt, schreiben ist nicht leicht. Denn es gilt, eine Mischung aus Roman und Gebrauchsanleitung zu machen. Nach über 5 Jahren und mehr als 15 Premium-Ebooks steht fest, Schreibblockaden lassen sich nicht mit Schokolade lösen! In einem Ebook steckt gewöhnlich wochenlange Arbeit. Wenn ich davon ausgehe eine Idee bereits zu haben, muss als nächstes der Rohschnitt angelegt werden. Diesen nähe ich mit einem Probestoff und realisiere daran die ersten Anpassungen. Parallel werden erste Bilder für die Anleitung gemacht, die ich im Nachgang im Rohentwurf bereits schreibe. Die Schnittteile müssen anschließend digitalisiert und auf die Wunschgrößen skaliert werden. Neben ersten Designbildern wird das Ebook bereits gelayoutet. Das Probenähen liefert wichtige Rückmeldungen zu Fehlern im Schnittmuster. Anschließend steht nach vielen Arbeitsstunden ein fertiges Ergebnis, was sich zeigen lassen sollte und vor allem was Mehrwerte liefert.

2. Gesamtpaket, die digitale eierlegende Wollmilchsau

Was ist eigentlich der Mehrwert beim Ebook? Dafür möchte ich gern aus meiner Sicht zunächst einmal feststellen, dass es a) DIY-Anleitungen, b) Tutorials und c) Ebooks gibt. Eine Anleitung umfasst chronologisch beschrieben Hilfestellung zur Umsetzung eines Projektes, z.B. Freebook Nahttaschen. Tutorials dagegen sind die kleinere Variante von Anleitungen. Sie beschäftigen sich eher mit der Umsetzung eines Aspektes, bspw. Knopflöcher annähen.

Ein Ebook suggeriert vom Titel schon mehr Inhalt. Ganze Bücher verstecken sich in einem elektronischen Buch, inzwischen können Sie millionenfach auf den unterschiedlichsten Endgeräten gelesen werden.

Daher verwirrt mich auch immer, wie häufig ich eine Anleitung mit lieblos in Wordtabellen beschriebenen Bildern statt eines Ebooks erhalte. Denn die umfassen wesentlich mehr. Das Gesamtpaket beinhaltet Anleitung, Schnittmuster, Tutorials, Hinweise, Tipps, Modellbeispiele, Fotos. In unseren Ebooks finden sich darüber hinaus mindestens noch Zuschneideplan, Druckbaukasten, Schnittkarussell und Lesezeichenleiste eben echte Mehrwerte. Aber die Katze im Sack lässt sich viel zu spät erkennen. Aus dem Grund bieten wir in unserem Portfolio auch immer einen Blick in das Ebook und haben uns in der Vergangenheit dazu entschieden, Premium Ebooks auch als Freebook zur Verfügung zu stellen.

Nicht zuletzt gehört auch ein entsprechender Support bei der Umsetzung dazu. Autoren müssen ansprechbar sein, jemand weiterhelfen können. Gibt es ein Forum, Gruppen, soziale Medien, wo man sich unterstützen lassen kann? Wer möchte kann mich hier kontaktieren oder bei Facebook. Wir haben dort auch eine tolle Gruppe, wo Du Dein fertiges Nähwerk zeigen kannst, denn…

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3. Vielfalt setzt der Kreativität keine Grenzen

Weshalb sich gleich der letzte Geheimtipp anschließt. Denn Schnittmuster sollen Dich in Deiner Kreativität unterstützen und Dir nicht Grenzen vorschreiben. In der Regel bekommst Du das Modell so, wie es zu sehen ist. Schade, mit etwas mehr Klasse und einem stimmigen Gesamtpaket wäre da noch mehr drin! In Ebooks gehörten viele Möglichkeiten rein, sonst wäre es ja eine Anleitung. Jeder Körper ist anders. Das Schnittmuster anzupassen liegt in der Natur einer jeden Näherin: Ärmel, Kragen, Brustabnäher, Länge, Knöpfe usw.

Inzwischen, wir entwickeln uns selbst, bieten wir verschiedene Varianten eines Schnittmusters und damit maximale Kreativität. Ein gutes Buch liest man schließlich auch nochmal, entdeckt Seiten, die man so noch nicht kannte. Und so konnte ich unsere ersten Stillshirts inzwischen als normale Versionen nähen.

Ich hoffe, dass Dir meine 3 Geheimtipps helfen den Unterschied zwischen guten und schlechten Ebooks zu erkennen. Allerdings merke ich daran selbst, dass ich sehr selten Ebooks bekomme, sondern eher Anleitungen und Tutorials. Schade eigentlich, denn die Offenbarung zeigt sich erst nach dem Kauf. Durch fortgeschrittene Näherfahrung bin ich in der Lage die Schwierigkeiten einer Anleitung zu kompensieren. Aber häufig endet das digitale Produkt im Datenmüll. Wir versuchen der Sache mit einem durchaus kleinen Beitrag gemessen am Gesamtaufkommen entgegen zu wirken. Klasse statt Masse, Mehrwerte, etwas, was man nach Jahren nochmal öffnet, wiedererkennt und neu verliebt.

Hast Du auch solche Probleme? Dann schreib mir einen Kommentar! Ich freue mich auch über Ideen zu Dingen, die Dir in Ebooks fehlen und die wir unbedingt aufnehmen sollen.

2018-08-11T08:14:41+00:00Montag, 9 Juli 2018|leben, nähen, reden|

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